Chronik

RÜCKBLICK SV WESTHEIM VON 1949 – 1982

 

Es war im Jahre 1949, einige Jahre nach Kriegsende hatten viele Heimatvertriebene hier in Westheim eine vorübergehende Bleibe gefunden. Vor allem diese „Westheimer“ waren es, die das Interesse am Fußballsport weckten. Im Herbst 1949 packten Huber, Ujlaky, Klein, Flügel, Sturm und Stenzel die Sache an und gründeten am 1. November 1949 im Gasthaus Wenderlein den Sportverein Westheim. Die Zahl der Gründungsmitglieder kann nicht mehr genau festgestellt werden, es dürften jedoch so um die 40 gewesen sein. Sie wählten Friedrich Wenderlein zum 1. Vorstand, 2. Vorstand wurde Friedrich Bieber, Kassier Bernhard Demeter, Schriftführer Herbert Klein und den Trainer machte Axel Stenzel.

Der damalige Bürgermeister Bachmann brachte großes Verständnis der Fußballjugend entgegen und stellte dem Sportverein die Wiese in der Au zur Verfügung. Der Grundstein war gelegt und nun begann die Arbeit. Im Jahr 1950 war der Platz fertig. Zwei mal in der Woche wurde fleißig trainiert. In einem Bericht von Trainer Stenzel kann man lesen: „Nur Huber wurde vom Einzeltraining befreit, weil er der einzige war, der die notwendige Technik bereits hatte“ – und weiter – „was Training bedeutet kann man an Herbert Klein sehen, einer der nie Fußball gespielt hatte, ist in kurzer Zeit ein Spieler geworden den alle Gegner fürchteten“. Die damalige Mannschaft wuchs in kurzer Zeit über sich hinaus, es ging nicht mehr um die Frage ob, sondern wie hoch gewonnen wurde. Zu den Rundenspielen wurde mit den vollbesetzten Lastwagen von Armstark und Wenderlein gefahren.Im jahre 1952 verlor der Sportverein seinen Platz durch die Flurbereinigung. Auf verschiedenen Wiesen wurde in der Folgezeit gekämpft, bis 1953 das Gelände der Gemeinde an der alten Auhauser Straße, dem sogenannten Polnisch Preußen, zur Verfügung gestellt wurde. Aus alten Unterlagen ist zu ersehen wie erschwerlich es war, den neuen Platz zu planieren. Einem Kostenvoranschlag ist folgendes zu ersehen:

500 cbm Erdumschichtung à 2,- DM                       1.000,- DM

Bodenerlockerung mit dem Pflug pauschal           145,- DM

300 lfdm. Drainageanlage à 1,- DM                            300,- DM

1.445,-DM

 

Westheim, den 27.3.1952, Sportverein Westheim.

 

Als Jahrespacht waren jährlich 100,- DM an die Gemeinde zu bezahlen.

Die Platzeinweihung wurde groß aufgezogen, der Männergesangverein, die Lehrer mit den Schulkindern und die ganze Gemeinde machten mit. Nachbarvereine wurden eingeladen, es wurde Fußball und Faustball gespielt. Bürgermeister Bachmann konnte aus München einen größeren Totozuschuss erhalten, der den Verein finanziell gestärkt hat. Durch den Wegzug vieler Spieler in den Jahren 1953-1956 hatte der Verein oft große Schwierigkeiten eine Elf zusammenzubringen, allein 1953 verließen 13 Aktive wegen Umzug den Verein. Junge Spieler mussten neu in die Mannschaft eingebaut werden, aus den Nachbargemeinden, vor allem aus Auhausen, aber auch aus Ostheim und Hüssingen kamen Verstärkungen. So kann vom 20.11.1955 im Spiel gegen Schwörsheim folgende Mannschaftsaufstellung nachgelesen werden.

Bickel Erich (Tor), Bast Willi, Hoff Herbert, Ziegler Fritz, Bach Helmut, Krumbholz Gerhard, Kugler Hermann, Hoff Emil, Zahner Franz, Greiner Emil, Wiedemann Willi;

Ersatz: Kaspar Willi, Aldinger.

Nach der Runde 1956 kam für den Sportverein ein schwerer Schlag, der langjährige Trainer Alois Stenzel verließ Westheim und wanderte nach Kanada aus, weitere Spielerabgänge waren zu verzeichnen. Bedingt durch diese Umstände konnte im Herbst 1956 der Rundenspielbetrieb nicht mehr aufgenommen werden. In einer Bescheinigung vom 23.11.1956 war zu ersehen, dass Zeugwart Hoff sämtliche Vereinsutensilien beim 2. Vorstand Bieber einlieferte. Dies war die letzte schriftliche Aufzeichnung, der Verein bestand aber mit 34 Mitgliedern bis 1961 weiter, ehe er dann wieder aufgelöst wurde.

Die sportliche Untätigkeit in Westheim dauerte nicht lange. Im Jahre 1967 fanden sich wieder fußballbegeisterte junge Talente, die unter der Initiative von Lorenz Huber und weiteren die Neugründung des SV Westheim vornahmen. Die Gründungsgeneralversammlung wurde im März 1967 im Gasthaus Bauer abgehalten. Ca. 60 Gründungsmitglieder wählten Erich Graf zum neuen Vorstand. Damit begann eine neue Ära des Westheimer Sportvereins. Der Sportplatz an der Auhauser Straße wurde wieder hergerichtet und noch im Herbst 1967 wurde am Rundenspielbetrieb teilgenommen. Unter Trainer Huber wurde bereits im Herbst 1968 der Aufstieg in die B-Klasse geschafft.

Nach 2-jähriger Zugehörigkeit in der B-Klasse musste 1971 der Abstieg in die C-Klasse verkraftet werden. Unter der Initiative des recht rührigen Spartenleiters Hans Mück aus Hohentrüdingen wurden 1972 die Umkleideräume am Sportplatz mit seinen schönen  Außenanlagen erstellt. In den Jahren 1972-1980 konnte in der C-Klasse jedes Jahr ein Wort bei der Vergabe der Meisterschaft mitgesprochen werden, mehrmals wurden die Westheimer oft durch unglückliche Umstände „nur“ Vizemeister.

Im Sommer 1972 wurde die Tischtennissparte und einige Jahre später eine Frauengymnastik gegründet. Der langjährige Vorstand Erich Graf legte 1973 aus gesundheitlichen Gründen sein Amit nieder. Sein Nachfolger wurde Karl Bieber, der bis heute mit nimmermüdendem Einsatz seinen SV führt. Ihm und Trainer Georg Beyhl war es zu verdanken, dass die Fußballer in der Runde 1980/81 den Aufstieg in die B-Klasse wieder schafften. Hier konnten vor allem die Spieler aus Hohentrüdingen und Auhausen, die seit Jahren aus dem Vereinsleben des SV nicht mehr wegzudenken waren, einmal mehr beweisen wie wichtig neben der sportlichen Leistung auch eine gute Kameradschaft ist, um einen Verein am Bestehen zu erhalten.

 

Ein neues Ereignis wurde ab 1975 zum festen Bestandteil des Sportlebens. Die Westheimer aus Westfalen und der Pfalz organisierten das sogenannte „Westheimer Treffen“ der Sportvereine aus Deutschland. Dieses Sportspektakel bringt neben den sportlichen Begegnungen auch viele freundschaftliche Bindungen unter den bundesdeutschen Westheimern. Die Ausrichtung dieses Treffens wurde 1982 unserem SV übertragen. Bei der Vorständebesprechung im Herbst 1981 konnte man bei der Besichtigung der Sportanlagen an der Auhauser Straße so manches kritische Gesicht sehen. Mancher stellte sich bestimmt die Frage ob ohne jegliche sanitäre Einrichtungen eine solche Veranstaltung durchzuführen sei. Diesem Problem stellte sich auch die Vorstandschaft und noch im Oktober 1981 wurde eine außerordentliche Generalversammlung einberufen die noch zum Westheimer Treffen den Bau eines neuen Sportheims beschloss. Die Sache wurde sofort angegriffen und kurz darauf der Erdaushub für den Keller gemacht. Alle Kräfte wurden mobilisiert und noch im Dezember konnte das Richtfest gefeiert werden. Bleibt noch zu hoffen,dass unser Sportheim bis zum Juli fertiggestellt werden kann!